Die Fachschaft Deutsch, namentlich Herr Schmidt-Tollgreve, ermöglicht den Schülerinnen und Schülern regelmäßig Begegnungen mit Autoren. Diese lesen aus ihren Werken vor und informieren über ihre Arbeit und den Alltag eines Schriftstellers. Auch Schreib-Workshops werden angeboten. Die Lesungen werden unterstützt durch das Land Schleswig-Holstein und den Friedrich-Bödecker-Kreis e. V., der sich der Leseförderung widmet.
2026
„Wörter können Schätze sein“ – Autoren-Lesung mit Arne Rautenbach
„Wörter können Schätze sein“, meinte der Kieler Dichter Arne Rautenberg bei seinen drei Lesungen für die Klassen 5a, b und c. Denn je mehr Wörter man wisse, desto besser könne man sagen, was man will. Rautenberg las aus seinen Gedichtbüchern für Kinder vor. Er hat nicht nur lustige oder humorvoll leicht gruselige Gedichte geschrieben, sondern auch Lyrik für Erwachsene. Mittlerweile hat Rautenberg etwa dreißig Bücher veröffentlicht. Er beantworte Fragen der Mädchen und Jungen während der Lesungen und berichtete aus seinem Lebens- und Berufsalltag. So erzählte er, dass seine Bücher nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz bzw. in Österreich verkauft werden. Lesereisen führten ihn u. a. nach Frankreich und Indonesien.
„Lando – Flucht aus Lübeck“: so lautete der Roman-Titel, aus dem die Schriftstellerin Anja Ackermann für die drei neunten Klassen am 13. Februar vorlas. In dem Buch geht es um das Leben im Mittelalter und einen dreizehnjährigen Jungen, der aus seiner Heimatstadt fliehen muss. Themen wie Glauben um das Jahr 1350, der Alltag und die Pest spielen in dem Jugendroman eine Rolle. Anja Ackermann beantwortete Fragen der Jugendlichen rund um das Thema ihres Buches und um ihren Arbeitsalltag als Autorin. Sie berichtete ferner, wie die Recherchen zu dem Buch verliefen. Die Idee dazu kam ihr, als sie sich vorstellte, wie es wäre, wenn es eine Zeitmaschine gäbe, die es ermöglicht, in das Lübeck im 14. Jahrhundert zu reisen.
2025
„Wie kamen Sie eigentlich zu Ihrem Beruf?“, wurde der Zeichner, Illustrator und Autor Tim Eckhorst von einem Schüler während der Lesung für die Klassen 9a und 9b gefragt. Um zum Beispiel Comics oder CD-Cover zu gestalten, braucht man Freude am Zeichnen, meinte Eckhorst. „Dazu kommt Talent, so etwa 10 bis 20 %. Vor allem braucht man Übung und Ausdauer, das sind dann 80 bis 90 %.“ Eckhorst hat neben Comics u. a. Cover für die Bands Scorpions und Fury in the Slaughterhouse gezeichnet. Viele Motive von Wacken-Shirts stammen von ihm. Der Illustrator zeichnete auch für die Jugendlichen und gab Tipps, auf welche Tricks man dabei achten muss. Außerdem erklärte er, wie man von der Idee zum Entwurf und letztendlich zum Comic kommt. Die beiden Lesungen fanden am 21.2.2025 statt.
Während seiner drei Lesungen für die drei 5. Klassen am 10. Februar antwortete der Dithmarscher Illustrator und Schriftsteller Manfred Schlüter auf diese Frage, dass er den PC hauptsächlich zum Schreiben benutze. Aber bei jedem Einfall beginne für ihn alles zunächst mit handschriftlichen Aufzeichnungen. Bei einem Bild oder bei einer Illustration für ein Buch ist das natürlich selbstverständlich so, da Manfred Schlüter den Computer nicht als Gerät zum Zeichnen benutzt. Der Autor berichtete anschaulich und ausführlich, wie ein bebildertes Buch von der ersten Idee bis zum Druck entsteht. Er brauche für die Fertigstellung eines Buches meist ein Jahr, so Schlüter. Das hängt bei ihm auch davon ab, ob er schreibt und zeichnet bzw. nur illustriert. Schlüter stellte unter anderem ein Buch vor, das er mit dem bekannten Autor Michael Ende („Jim Knopf“ oder „Die unendliche Geschichte“) vor vielen Jahren gemeinsam herausgebracht hatte. Auf die Frage hin, wie er so gut zeichnen gelernt habe, meinte Schlüter, dass man sich immer, immer und immer wieder mit einer Sache beschäftigen müsse, um sie irgendwann einigermaßen gut machen zu können. Aufmerksam hörten die Fünftklässler zu, wenn der Künstler aus seinem Arbeitsleben berichtete oder wenn er zeichnerisch mit Wort und Bild spielte. Als „Geschenk“ erhielten die Klassen 5a, 5b und 5c die gezeichneten Bilder, die während der Lesungen entstanden.
2024
Am 8. Februar las der Hamburger Buchautor Martin Verg aus seinem Buch „Tiere schützen“ der Klasse 9a und 9b vor. Der Journalist und Schriftsteller schreibt hauptsächlich Sachbücher und war mehrere Jahre Chefredakteur von „Geolino“, einer Kinder- und Jugendzeitschrift. Die Jugendlichen hatten während der Lesungen die Möglichkeit, dem Autor Fragen zu seinem Beruf und Alltagsleben zu stellen. Martin Verg schreibt in erster Linie Kinder- und Jugendbücher, veröffentlicht aber auch Artikel in Zeitschriften, wie zum Beispiel dem „Spiegel“. In seinem Buch „Tiere schützen“, aus dem Verg vorlas, geht es um Artenschutz und Tierwohl. Während seiner Lesung wollte der Buchautor die Jugendlichen zum Nachdenken über das eigene Verhalten bringen. Er informierte die Schülerinnen und Schüler darüber, dass nach seinen Angaben jährlich 750 Millionen Tieren in Deutschland geschlachtet werden würden. Auf die Frage, ob er selbst Fleisch esse, sagte der Autor: „Ja, aber wenig.“ Im Verlauf der Lesung ging es auch darum, wie der Mensch sich gegenüber über den Tieren in der Wildnis verhält – sei es heute oder in der Steinzeit. In diesem Zusammenhang stellt sich für Verg die Frage, ob der Mensch eine Verantwortung für Tiere habe und wenn ja, welche?
2023
„Glaub an dich!“ und „Probiere dich aus!“ – Das waren zwei Ratschläge, die die Autorin Ursula Flacke den sechzehn Mädchen und Jungen aus den Klassenstufen 6 und 7, die sich für den Workshop angemeldet hatten, gab. Für die Schriftstellerin sind das zwei wichtige Sätze, die sowohl für das Leben als auch für das Schreiben gelten. Ursula Flacke ließ die Schülerinnen und Schüler Grundideen für Geschichten entwickeln. Es war dabei auch wichtig, eine oder zwei Figuren in Hinblick auf ihr Aussehen und ihren Charakter genau zu beschreiben. Ein weiterer Rat bei dieser Übung war: „Versetze dich in deine Figur hinein – als wärst du sie selbst!“ So erhielten die Mädchen und Jungen Tipps, wie man schreibt und beim Schreiben „Szenen“ ausarbeitet. Ursula Flacke hat mehrere Bücher geschrieben und war als Drehbuchautorin bzw. Schauspielerin für das Fernsehen tätig („Tatort“). Am Ende des Workshops las die Autorin aus ihrem Jugendroman „1933 – Feuer“ vor, das die Zeit des Nationalsozialismus im Zusammenhang mit Propaganda bzw. „Fake News“ thematisiert.
„Wann hattest du dein erstes Handy?“ wurde Till Penzek einmal von seinen eigenen Kindern gefragt. Darauf sagte der 1976 geborene Hamburger Autor, dass er sein erstes Handy erst mit 22 Jahren besaß. „Da waren deine Eltern aber voll streng“, entgegnete eines seiner Kinder. Zumal seine Kinder nicht wussten, dass es Zeiten gab, in denen man kein Smartphone hatte, brachte ihn dies auf die Idee, ein Buch darüber zu machen: „Als die Großen klein waren“. Gemeinsam mit seiner Ehefrau schrieb bzw. illustrierte er ein Kinderbuch und untertitelte es: „Ein Album verschwundener Dinge“. In dem Buch geht es um Gegenstände wie den Walk-Man, das Drehscheiben-Telefon und andere Sachen, die junge Menschen heute kaum noch kennen. Den Mädchen und Jungen der Klasse 5a und 5b zeigte Penzek auch genau diese Gegenstände, die er zu den beiden Lesungen am 8. Februar mitgebracht hatte. Einige Schülerinnen und Schüler konnten kaum glauben, dass es vor etwa 40 Jahren in dem einen oder anderen Kindergarten üblich war, für die Mutter oder den Vater einen Aschenbecher zu töpfern. Denn das Rauchen war nicht nur zu Hause im Innenbereich, sondern auch in Gaststätten, im Flugzeug und sogar in Fernseh-Sendungen üblich. Im Rahmen der Lesungen erklärte der Schriftsteller darüber hinaus, wie ein Buch auf dem Weg von der Idee bis zum Druck entsteht. Die Mädchen und Jungen durften dem Autor auch Fragen zu seinem Beruf, zu seinem Verdienst oder zu seinen persönlichen Lieblingsbüchern stellen.
